Tipps rund um Ihrem Ofen

 

 

Hilfe, mein Kaminofen brennt nicht!!

Antje B. aus Oberursel ist mit ihrem Kaminofen eigentlich ganz zufrieden. Ist der Ofen in Betrieb, gibt er eine wohlige Wärme ab und das Holz fackelt und knistert hinter der Scheibe. „Doch leider kann man das Feuer nicht sehen, da die Scheibe immer schwarz wird.“ bedauert Antje B.
Da kann man in den meisten Fällen Abhilfe schaffen. Manchmal reichen bereits einige Kniffe, um die Funktion eines Ofens zu verbessern. Wer kann das am Besten? Der Schornsteinfeger, Schornsteinfegermeister Kevin Mielke aus Hannover beantwortet die dringlichsten Fragen und gibt Ihnen wertvolle Tipps zum Thema Kaminofen.

Verrußte Scheiben
Rauchbildung beim Holznachlegen
Kein Zug im Ofen
Ofen wird zu heiß, Holz brennt schnell weg
Keine vollständige Verbrennung
Schamottsteine defekt
Glanzruß im Abgasrohr
Drosselklappe, was ist das?

Verrußte Scheiben. Ein bekanntes Problem bei Kaminöfen und bei Kaminen mit Glastüren. Die Abgase kondensieren an der (relativ) kalten Scheibe und schwärzen die innere Oberfläche. Beachten Sie folgendes: Legen Sie das Brennholz ganz nach hinten gegen die Rückwand. Positionieren Sie die Holzscheite niemals mit der Stirnseite zur Scheibe (an den Stirnseiten tritt das meiste Holzgas aus), immer die Scheite quer in den Ofen legen. Verwenden Sie nur trockenes, unbehandeltes Holz. Gut konstruierte Öfen unterbinden die Schwärzung der Scheiben durch vorheizen der Verbrennungsluft, die von innen an der Scheibe entlang geführt wird (Sekundärluft). Dieses System funktioniert aber nur, wenn gleichzeitig die Primärluft (Luftführung durch die Ascheschublade bis unter die Flamme) ganz geschlossen oder gedrosselt wird. Die Primärluft sollte nur während der Anheizphase geöffnet bleiben. Sollten diese Tipps nichts nützen, dann ist Ihr Ofen entweder undicht (sogenannte „Falschluft“ dringt durch Türen und Ascheschublade in den Brennraum ein) oder Ihr Ofen ist konstruktiv nicht mit einer funktionsfähigen "Scheibenspülung" ausgestattet. Im Bereich des Scheibenrahmens lassen die Sekundärluftschieber nur kalte Luftschleier zur Scheibe gelangen und halten die Scheibe meist nur stellenweise durchsichtig. Bei einigen Kaminöfen kann die Sekundärluft nicht geregelt werden. Hier kann eine Drosselklappe im Abgasrohr helfen, die bei zu starkem Schornsteinzug ein unkontrolliertes Abbrennen des Brennstoffes verhindert.

Brennholz-Partner Tipp*²:

Leicht verrußte Scheiben lassen sich mit einem feuchten Tuch, das vorher in die kalte Asche getunkt wurde, mühelos wieder reinigen. Besonders hartnäckige oder dicke Teerschichten kann man mit einem Ceranfeldreiniger (ggf. vorsichtig mit einer Rasierklinge abkratzen). Verzichten Sie auf "Chemische Keulen", diese können beim Einsprühen heruntertropfen und bleibende Spuren hinterlassen. Sie können auch auf spezielle und teure Spezialreiniger zurückgreifen.

Rauchbildung beim Holznachlegen. Dieses Problem tritt gelegentlich bei Kaminöfen mit großen Türöffnungen auf. Im gesamten Türöffnungsbereich entsteht beim Öffnen ein Unterdruck, wenn man während des Betriebes die Tür öffnet. Der Schornstein muss plötzlich die bis zur achtfachen Luftmenge fördern. Dieser ist dazu nur in der Lage, wenn er einen ausreichenden Querschnitt und genügend wirksame Höhe hat. Vor dem Kauf eines Ofens ist es ratsam ihren Schornsteinfegermeister prüfen zu lassen, ob der Schornstein für einen Kaminofen mit Panoramascheibe geeignet ist. Falls dies nicht der Fall ist, kann man auf Öfen mit geteilter oder kleinerer Tür ausweichen. Haben Sie bereits den "falschen" Ofen im Wohnzimmer stehen? Dann können auch folgende Kniffe helfen:

· Bei einigen wenigen Modellen ist die obere Prallplatte (meist aus Schamotte) ab Werk sehr breit und läßt seitlich zu wenig Abgas vorbei. Man kann diese Prallplatte evtl. um einige Zentimeter kürzen, um den abgasseitigen Widerstand zu verringern. Fragen Sie Ihren Ofenbauer oder Hersteller.

· Legen Sie das Holz ganz nach hinten quer in den Brennraum, benutzten Sie dazu eine Zange (gehört zum Kaminbesteck).

· Grundsätzlich wirkt sich ein senkrechter Rauchgasabgang nach oben positiver auf die Funktion eines Ofens aus als ein Abgang nach hinten.

· Prüfen Sie, ob das Verbindungsstück zwischen Ofen und Schornstein sauber ist. Prüfen Sie, ob eine evtl. vorhandene Drosselklappe im Verbindungsstück in der richtigen Position (offen) steht.

· Öffnen Sie die Tür erst einen Spalt weit und warten Sie ein paar Sekunden, dann die Tür ganz langsam so weit wie nötig öffnen und das Holz nachlegen.

Brennholz-Partner Tipp*²:

Im Zweifelsfall fragen Sie bitte Ihren Schornsteinfeger vor Ort (er kann den Schornstein und den Ofen prüfen) oder ihren Ofenbauer/Hersteller.


Kein Zug im Ofen. Die Ursache liegt oft in einem verschmutzten Verbindungsstück oder am Schornstein. Prüfen Sie, ob eine evtl. vorhandene Drosselklappe im Verbindungsstück in der richtigen Position (offen) steht. Während des Anheizens kann oft Rauch zurück drücken, weil der Schornstein noch keine Wärme bekommen hat. Ein Schornstein kann nur richtig „ziehen“, wenn er innen wärmer ist als außen. An der Außenwand geführte Schornsteine benötigen ggf. eine kleine Starthilfe. Hier kann im Falle eines Falles Omas Hausmittel helfen: Zeitungspapier locker zusammenknüllen und im Feuerraum entfachen, dann sofort Anzündholz auflegen. Sollte dies auch ohne Erfolg bleiben, bleibt nur die unbequeme Alternative. Etwas Papier in die untere Reinigungsöffnung des Kamins legen und anzünden. Danach sofort im Ofen den eben erzeugten Auftrieb für den Anheizvorgang nutzen. Eventuell ist der Querschnitt des Schornsteins nicht ausreichend, bzw. die Ofentür zu groß (siehe oben: Rauch beim Nachlegen von Holz).

Brennholz-Partner Tipp*²:

Sprechen Sie Ihren Schornsteinfeger bei der nächsten Kehrung darauf an.


Ofen wird zu heiß, Holz brennt schnell weg. Die meisten Kaminöfen haben eine Wärmeleistung von ca. 6 - 8 kW. Für ein Wohnzimmer von ca. 30 m² viel zu viel (Wärmebedarf im Neubau bei -10°C = ca. 2 kW). Die Folge ist eine Raumtemperatur von 30° und mehr. Eine Möglichkeit besteht darin, weniger Holz aufzulegen und die Flamme klein zu halten. Weitere Fehlerquellen können undichte Türdichtungen oder der Scheibenrahmen sein, wenn sich der Ofen nicht mehr richtig drosseln läßt. Sollte die Scheibe beim Antippen klappern, muß der Dichtrahmen nachgezogen werden. Die Türdichtung ist ein Verschleißteil und sollte regelmäßig auf Funktion geprüft werden. Der Türgriff sollte beim Verriegeln die Tür fest in die Dichtung drücken. Die Ascheschublade muß am Anschlag vollständig abdichten. Wenn alles nichts hilft, ist vielleicht die Tür verzogen oder der Kaminofen hat große Fertigungstoleranzen. Dieses Problem tritt häufig bei sehr einfachen Kaminöfen mit geringen Qualitätsanforderungen auf.

Brennholz-Partner Tipp*²:

Sprechen Sie Ihren Schornsteinfeger bei der nächsten Kehrung darauf an.


Holz verbrennt nicht vollständig. Nachdem das Feuer erloschen ist befinden sich oft noch unverbrannte Holzstückchen im Feuerraum. Hierfür gibt es zwei Ursachen: Meistens war das Brennholz nicht ganz durchgetrocknet, als es ins Feuer geworfen wurde. Es verbrennt dann nur der Teil, der direkt im Glutbett des vorhandenen Feuers gelegen hat. Der Rest erlischt, sobald die zusätzliche Wärmequelle kalt ist. Eine weitere Ursache kann entweder die Konstruktion der Feuerstätte oder Fehlbedienung sein: Holz sollte bei der Verbrennung möglichst keine Luft von unten (über das Rost) bekommen. Die Holzstücke werden, sobald sie direkt über dem Rost liegen, regelrecht weggebrannt. Die Enden bleiben nachher unverbrannt liegen. Optimal ist die Verbrennung in einem Glutbett (wie beim Lagerfeuer). Die Verbrennungsluft kommt von oben und von den Seiten. Zum Anheizen muss man üblicherweise Luft von unten zugeben (Primärluft), damit das Holz anbrennt. Danach sollte man möglichst schnell die untere Luftzuführung schließen und nur noch mit der Sekundärluft (Luft von oben) regeln. Bei guten Kaminöfen bleibt so auch die Scheibe sauber.

Brennholz-Partner Tipp*²:

Lassen Sie die Holzreste in der Feuerstätte liegen. Sie bilden üblicherweise ein optimales Glutbett für den nächsten Heizvorgang.


Schamottsteine gebrochen. In der Schamottierung von Öfen und Kaminen bilden sich häufig dünne Risse. Dies ist normal, wenn man bedenkt, dass an den Schamottsteinen Temperaturen von über 600°C entstehen können. Die hohen Temperaturen sorgen für optimale Nachverbrennung der Abgase und verhindern Kondensation und Teerbildung im Brennraum. Kritisch wird es erst, wenn sich Teile der Schamottierung herauslösen und in den Ofen fallen. Es kann dann zu Schäden am Mantel der Feuerstätte oder (bei Kaminen) zu übermäßiger Erwärmung der Gebäuderückwand kommen.

Brennholz-Partner Tipp*²:

Lassen Sie in diesem Fall die Feuerstätte sofort von einem Fachmann überprüfen.


Glanzruß im Ofen und Ofenrohr. Glanzruß im Ofen oder im Verbindungsstück bedeutet immer, dass Sie mit Holz heizen, das nicht ordnungsgemäß getrocknet wurde. Es besteht die akute Gefahr, dass sich dieser Ruß entzündet und zu einem Schornsteinbrand führt.

Brennholz-Partner Tipp*²:

Lassen Sie in diesem Fall die Feuerstätte sofort von einem Fachmann überprüfen.


Drosselklappe, was ist das? Wer sich einen Kaminofen zulegt, kommt nicht um den Kauf des sogenannten "Abgaszubehörs" herum. Das Abgaszubehör besteht aus Verbindungsstück, Wandfutter und einer Ringmanschette. Alternativ wird das Abgasrohr mit integrierter Drosselklappe angeboten. Sie reduziert den freien Querschnitt des Rohres um ca. 65 %. Das "Drosseln" eines Feuers mittels Drosselklappe setzt voraus, dass sich die Menge der Verbrennungsluft nicht auf andere Weise reduzieren lässt. Gute Kaminöfen haben passgenaue Türen und Aschekästen, die Primär- und Sekundärluftschieber lassen sich perfekt regeln. Wenn sich nur noch Glut im Feuerraum befindet, kann man alle Schieber schließen, um möglichst lange die Glut zu halten. Eine Drosselklappe hat hier keine zusätzlich Wirkung. Es gibt aber auch Öfen, die den Brennstoff trotz geschlossener Luftschieber munter weiter verbrennen lassen. Ursache sind Undichtigkeiten , meist im Bereich des Aschekastens oder der Tür- und Scheibendichtungen. Einige Hersteller verzichten ganz auf eine Regelung der Sekundärluft. Hier sollte man auf eine Drosselklappe nicht verzichten.

Anmerkungen:

*²Der Brennholz-Partner Tipp ist ohne Gewähr, im Zweifelsfall fragen Sie bitte immer Ihren Schornsteinfegermeister, Kaminbauer oder Kaminofenhersteller.


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